Argumenten gemäss kampfjets-nein.ch:

24-Milliarden-Blankoscheck

2014 hat die Bevölkerung den Kauf neuer Kampfjets für 3,1 Milliarden Franken deutlich abgelehnt. Nun versucht die Rüstungslobby erneut, eine Neubeschaffung von Kampfjets durchzudrücken. Der Bundesrat hat im Mai 2019 seinen definitiven Plan präsentiert: Für sechs Milliarden Franken will er neue Kampfflugzeuge beschaffen. Dies geht nicht spurlos am Schweizer Bundeshaushalt vorbei: Das Armeebudget soll jedes Jahr um real 1,4 Prozent erhöht werden. Voraussichtlich beträgt das Armeebudget darum Anfang der 2030er-Jahre sechs Milliarden Franken – gleichzeitig wird in anderen Bereichen wie beispielweise bei den Prämienverbilligungen gespart. Die Stimmbevölkerung wird trotz dieser immensen Ausgaben bei der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge nicht angemessen miteinbezogen: Bis zur Abstimmung wird sie über die Anzahl der Jets, über den Kampfjet-Typ wie auch über die konkreten Kosten der zu beschaffenden Flugzeuge im Dunkeln gelassen. Die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ist darum ein Blankoscheck für das VBS in der Höhe von 6 Milliarden Franken – und für die gesamte Lebensdauer der Jets sogar in der Höhe von 24 Milliarden Franken. Damit ist die geplante Beschaffung zwei- bis dreimal teurer als die abgelehnte Gripen-Beschaffung. Am Schluss wird das Geld für neue Kampfjets in anderen Bereichen fehlen, sei dies in der Bildung, im Gesundheitswesen, bei der öffentlichen Sicherheit, in der Kultur oder bei den Sozialversicherungen. 24 Milliarden Franken für unnötige Luxus-Kampfjets auszugeben, ist verantwortungslos.

  • Der Planungsbeschluss ist ein 24-Milliarden-Blankoscheck!
  • Der Kauf unnötiger Luxus-Kampfjets führt zu neuen Abbaupaketen bei der Bildung und der sozialen Sicherheit.
  • Wenn das Volk nicht das letzte Wort zum Typenentscheid hat, besteht die Gefahr, dass das VBS ein weiteres Beschaffungsdebakel produziert.

Unnötige Beschaffung von Luxus-Kampfjets

Klar ist: Die luftpolizeilichen Fähigkeiten der Schweiz müssen aufrecht erhalten werden. Dafür könnten aber auch leichte Kampfjets beschafft werden, die einen Bruchteil der Kosten von teuren Luxus-Kampfjets verursachen und auch viel umwelt- und lärmfreundlicher wären. Solche Alternativkonzepte wurden aber vom VBS nicht einmal geprüft. Im internationalen Vergleich ist die Schweizer Luftwaffe zudem auch nach der Ausmusterung der 54 Tiger F-5 sehr gut gerüstet. Österreich zum Beispiel ist als allianzfreies Land auch von der Grösse her mit der Schweiz vergleichbar. Der östliche Nachbar verfügt über gerade mal 15 Kampfjets. Die vorhandenen F/A-18 sind zudem für die Erfüllung des luftpolizeilichen Auftrags bestens ausgestattet: Sie wurden 2008 für 404 Millionen Franken modernisiert. Zudem sollen sie bis 2020 nochmals für 450 Millionen Franken auf den neusten Stand der Technik gebracht werden.

  • Ein Luftkrieg in Europa ist unrealistisch.
  • Der Luftpolizeidienst muss gewährleistet werden, dafür braucht es aber keine Luxus- Kampfjets.
  • Leichte Kampfjets wären eine sinnvolle und massiv kostengünstigere Option zur Sicherstellung der luftpolizeilichen Aufgaben.

Katastrophale Umweltbilanz

Der Klimawandel stellt unumstritten die grösste Bedrohung für die Menschheit dar. In Anbetracht dieser Tatsache erscheint der Kauf neuer, massiv umweltschädlicher Milliarden-Kampfjets höchst fragwürdig. Auch weil diese sich in keinster Weise dafür eignen, dieser Gefahr zu begegnen. Kampfflugzeuge sind nicht nur teuer, sondern auch energieintensiver als jede andere Art von Objekten, die in unserem Luftraum fliegen. In einer einzigen Flugstunde verbraucht ein F/A-18 durchschnittlich 4850 Liter Kerosin, was zu einer Emission von 12,220kg CO2 führt. Die Umweltauswirkungen für eine Flugstunde mit einem F/A-18 sind vergleichbar mit den Emissionen einer Autofahrt von 100’000 Kilometern (also 2,5 Mal um den Erdball). Laut Claude Nicollier ist nicht zu erwarten, dass die Umweltauswirkungen und Lärmbelastungen neuer Flugzeuge geringer sind als diejenigen der derzeit in Betrieb befindlichen Flugzeuge.

Zudem ist klar: Wenn man 24 Milliarden Franken für neue Kampfjets ausgibt, fehlt dieses Geld auch bei der Bekämpfung des Klimawandels. Denn: Jeder Steuerfranken kann nur einmal ausgegeben werden.

  • Ein Kampfjet braucht 5000 Liter Kerosin pro Stunde — damit könnte ein normaler PKW 2,5 Mal um die Erde fahren.
  • Die Schweizer Luftwaffe ist für den Ausstoss von jährlich ca. 120’000 Tonnen CO2 verantwortlich.
  • Das Geld für neue Milliarden-Kampfjets könnte man besser in die Bekämpfung des Klimawandels investieren.

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