Zum zweiten Mal fand am 1. Februar 2020 das Besser Leben Forum im Kulturzentrum Schützi / Olten statt. Über 120 Personen kamen an diese Veranstaltung, die den Zusammenhang zwischen menschlichem Seenleben und der ökologischen Situation auf unserer Welt zum Thema hatte. Das Symposium wurde von der Integralen Politik, von der Stiftung für integrale Friedensförderung sowie vom taotime verlag organisiert. Musikalisch umrahmt wurde der Halbtag mit Klängen und Melodien von Hsing-Chuen Schmuziger-Chen, die vom ersten Ton an die Anwesenden in ihrer Tiefe zu berühren vermochte und eine ruhige, innige Atmosphäre schuf.

Im Referat von Marc Schmuziger, das die Anwesenden von Beginn an in ihren Bann zog, wurde deutlich, dass ein friedvoller Umgang mit unserer Welt nicht möglich ist ohne eine heilsame Beziehung nach innen: zu unserem inneren Seelenleben und unserer inneren Natur, die gleichzeitig auch Teil der Seele und Natur dieser Welt ist. Die Heilung der Welt könne nur über die Beziehung zu unserem natürlichen Seelenleben erfolgen, die eine Rückverbindung mit der Natur und ebenso auch mit den Mineralien und Sternen bedeute. Umgekehrt vermöge allein eine solche Rückverbindung unser abgespaltenes und fragmentiertes Dasein zu heilen und als Menschen wieder ganz zu machen. Die Not und das Heil unserer Welt und unserer Psyche seien somit untrennbar miteinander verwoben.

Im zweiten Referat beschrieb Jürg Theiler anhand eindrucksvoller Bilder die Spaltung, in der wir Menschen uns von unserer Seele befänden, und liess ihr handlungsanleitendes, ethisches Potential sichtbar werden. Es sei ein bewusster Akt, der notwendig sei, um sich wieder der Seele zuzuwenden und ihrem Ruf zu folgen. Denn obwohl sie die höchste Daseinsdimension repräsentiere, müsse der Mensch sich zu ihr herunterbeugen und demütig werden, um sie zu hören.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion, zu der sich, unter der aufmerksamen Leitung des Verlegers Martin Frischknecht, Cordula Frei (DIA – Die Integrale Akademie) sowie Rosmarie Wydler (Klimaseniorinnen/IP Basel) zu den beiden Referenten gesellten, schälte sich heraus, dass die grösste Herausforderung, vor der die Menschheit heute steht, nur miteinander und keinesfalls gegeneinander gelöst werden kann. Die Stimmen der Natur könne hörbar werden, indem wir aus dem Hamsterrad des Alltags herausträten, innehielten und auf diese Weise die Verbindung zu Natur wie auch Mitmensch spürbar werden liessen. Dann seien die vielen Alltags-Süchte nicht mehr notwendig, weil das Leben uns Menschen bei weitem genug belohne. Ökologische Gerechtigkeit sei ohne Gerechtigkeit zwischen uns Menschen – gesellschaftlich wie auch wirtschaftlich – nicht denkbar. Dieses zutiefst integrale Fühlen, Denken und Handeln bedinge somit die Erweiterung des Menschenbildes auf die ganze ökologische Welt.

In einer geführten Achtsamkeitsübung liess anschliessend Marc Schmuziger die Veranstaltung Revue passieren und den Anwesenden bewusstwerden, zu welchen konkreten Schritten die eine oder andere Einsicht im Alltag führen könnte.

 

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Musik von Hsing-Chuen Schmuziger-Chen, die erneut viele innere Saiten zum Schwingen brachte. Die Präsidentin der Stiftung für Integrale Friedensförderung, Esther Räz, die durch die Veranstaltung geführt hatte, schloss in ihrer Dankesbotschaft auch die zahlreichen Helferinne und Helfer der Integralen Politik Aargau mit ein, die diesen gelungenen Anlass erst ermöglicht hatten. Die zahlreichen glücklichen Gesichter zeigten, dass die Stimmung und Botschaften auf offene Herzen gestossen waren. Somit geht auch ein grosser Dank an die Besucherinnen und Besucher, die mit ihrer wohltuenden Anwesenheit das Besser Leben Forum lebendig werden liessen.