Die bekannten demokratischen Strukturen und Kulturen scheinen weltweit in eine Phase wachsender Herausforderungen einzutreten. Vielerorts mehren sich sorgsame Stimmen, die immer öfter und eindringlicher hörbar werden.
Ich nehme dies wahr als einen Aspekt einer sich entfaltenden multipolaren Krise, die sich global in so vielfältiger Weise zeigt, dass eine nähere Ausführung hier den Rahmen sprengen würde.
Was sich im Grossen als Krise, Polarisierung und Unsicherheit zeigt, verweist im Tieferen auf ungelöste Schatten in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben und damit auch im Feld der Politik.
Genauso wesentlich ist jedoch die individuelle Ebene: Wie gehe ich mit den Gedanken und Gefühlen in mir um? Im Bewusstsein darum, wie sehr Innen und Aussen miteinander verwoben sind, ebenso wie Individuum und Gemeinschaft, liegt nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein evolutionärer Ruf: aus innerer Weite und Tiefe heraus hinzusehen, innerlich zu heilen und bewusster zu werden.
Wenn wir diesem Ruf jedoch aus tiefer Verbundenheit, mit offenem Herzen und klarem Geist folgen, kann sich ein Entwicklungspotenzial eröffnen, aus dem ein tieferes Bewusstsein reift und neue Formen eines verbundenen und ganzheitlichen Miteinanders erwachsen, die unser Zusammenleben in einen neuen Einklang mit dem Lebendigen führen.
Solche Formen wären freier von Ideologien und Gewohnheiten. Sie würden Menschen und Gesellschaften nicht nach Positionen oder Defiziten bemessen.
Nicht aus ideologischem Machtkampf, sondern aus wahrer Liebe und Mitgefühl.
Im Gewahrsein, dass jeder Mensch ein einzigartiger Ausdruck des Ganzen ist und sich in seinem eigenen Rhythmus aus der Verborgenheit der Knospe zur Blüte entfaltet, mitsamt all seinen schmerzlichen Erfahrungen, die Teil eines Weges des Wachsens und Erkennens sind.
Nun von dieser eher sinnbildlichen Ebene wieder ins konkrete Weltliche, genauer gesagt in die Schweiz nach Glarus.
Vor einer Weile wurde ich von einem befreundeten Gemeinderat aus Glarus zu einem Anlass im Glarnerland eingeladen, den ich letzten Sonntag besucht habe. Die Absicht dieses Anlasses war es, konkrete Projekte, Austausch und Mitwirkung in der Region gemeinsam zu stärken, damit aus der Synthese der Kreativität vieler eine neue partizipative Kultur regionaler Politik entstehen kann. Dabei steht nicht die Parteizugehörigkeit im Zentrum, sondern der gemeinsame Wunsch, die Lebensqualität in der Region zu stärken.
Für mich war dieser Anlass eine von vielen frühen, wenn auch noch zarten Keimzellen, in denen ein «neuer Organismus» durch eine reifende Kultur bereits zu entstehen beginnt. Das innerlich immer lauter werdende Entwicklungsbedürfnis nimmt darin erste integrierte Formen an. Noch ist vieles tastend und im Werden. Zugleich beobachte ich immer mehr solcher Keimzellen, besonders auf regionaler Ebene.
Es liegt an uns, an dir und an mir, diese Keimzellen zu nähren und aus neuem Bewusstsein weiter zu entfalten und zu festigen, damit sie auch in Zeiten starker Spannungen Bestand haben, an diesen Spannungen sogar konstruktiv wachsen und sich nicht wieder in ihnen auflösen.
Neue politische Kultur wächst dort, wo Menschen sich wirklich begegnen, miteinander lernen, sich im Innersten berühren und aus einem herzintelligenten Bewusstsein heraus bewirken, was dem Lebendigen in seiner Vielfalt dienen will. Getragen vom Bewusstsein einer tieferen Einheit, die allem Lebendigen zugrunde liegt.
Solche Räume möchten wir mit der «Integralen Politik» bewusst pflegen.
Gerne laden wir dich ein, eines unserer Online Holistic Labs zu besuchen:
IP-Grundlagen Wirtschaftspolitik
Holistic Lab | Friedenspolitik
Holistic Lab | Integral für Dummies
Ebenso freuen wir uns, wenn du an einem Böhmischen Dialog in Aarau oder in der Ostschweiz teilnimmst.
Oder ganz unkompliziert bei unserem nächsten Online-Generator dabei bist.
Vielleicht ruft dich auch ein konkreteres Engagement bei der IP?
Dann melde dich gerne bei uns: info@integrale-politik.ch
Und vielleicht spricht dich auch diese Initiative an, die mir Simon Berg (Co-Vorstand IP CH) kürzlich zugespielt hat: Love Politics bietet eine überparteiliche Ausbildung für Menschen, die Politik glaubwürdig, partizipativ und im Dienst des Gemeinwesens mitgestalten wollen.
Die Wege sind vielfältig. Welcher ruft dich?
In Mut und Demut, im Vertrauen auf die stille Führung des Lebens.
Alles Liebe
Alles Liebe
David



2 Responses
Interessant, ich lese grad das Buch von Sylvie-Sophie Schindler: «Anarchie – jetzt oder nie!» und sie kommt zu ganz ähnlichen Schlüssen.
Ich sehe solche Keimzellen überall dort, wo sich Menschen eben selbst ermächtigen. Seien es (ex)Pfadfinder, Vereine im Allgemeinen, Solawis bzw. gemeinschaftliche Hofprojekte oder durch Plattformen wie Openki.net wo Menschen Lernmöglichkeiten anbieten. Überhaupt die ganze opensource- und lernbereiten Menschen, seien sie bei Freethebees für Bienen engagiert oder in einem Repaircafe, in einem Linuxforum oder Unverpacktladen, überall finden sich so kleine Grüppchen, die aber oft insb. mit finanziellen Mitteln knapp sind. Möglicherweise muss das genau so sein, bin mir aber nicht sicher. Schön wäre eben, wenn wir auch beim Geld uns unserer Schöpferkraft bewusst und bemächtigen würden, also wortwörtlich selbst Geld schöpfen, was wir bspw. mit «Minuto» einfach machen könnten.
Um anzufangen ist die Frage die wir uns stellen müssen: Wo habe ich Ressourcen oder gar Privilegien? Oft sind sie uns so vertraut, dass wir uns ihrer nicht bewusst sind: Beziehungen, Räumlichkeiten, ein solides Einkommen, Fähigkeiten,…
Und wie könnte ich diese zum Wohle vieler einsetzen. Denk immer: Was für dich easy ist, ist es für andere gerade nicht. Du denkst, vernetzen, smalltalken usw. kann jeder, wie soll ich das zum Wohle aller einsetzen? Indem du zum sozialen «Headhunter» wirst: Ich habe gehört xy hat und yz sucht…mega wichtig, wenn bspw. xy Geld hat und yz eine geniale Idee aber kein Geld?! Bingo! 🙂 Nur so als Beispiel. Wichtig ist immer bei sich selbst und zum Wohle aller, im Kleinen(!) anzufangen. So möchte ich Anarchie verstanden wissen. Selbstermächtigung im positiven Sinne eben. Dazu zählt übrigens in meinem Verständnis auch, seine Identität online zu schützen. Zumindest unter den aktuellen Umständen, denke man an Palentir&co.
https://www.minuto-wissen.de/
https://zivilcourage.tv/
https://www.zeitpunkt.ch/der-endgueltige-bruch-mit-dem-autoritaets-kult
https://www.solawi.ch/
https://openki.net/
https://digitalcourage.de/
…
Wunderschön. Vielen Dank für diesen ergänzenden Beitrag! Es gibt schon so Vieles, das lebensdienlich und selbstorganisiert funktioniert. Und es gibt wenige Barrieren, beizutragen, wenn die Lebensumstände es ermöglichen, für mehr als die eigenen Bedürfnisse sorgen zu können.
Vieles davon passiert lokal, im Kleinen. Das ist wahrscheinlich auch gut so, erfüllt mich mit Freude und Hoffnung. Auf gesellschaftlicher Ebene und global scheint es derzeit noch schwieriger zu sein. Das ist das Feld, das integrale Politik besser verstehen und lebensdienlich beeinflussen möchte.