Der Klimastreik der jungen Generation hat vielen bewusst gemacht, dass wir Verantwortung für die Zukunft tragen. Auch wenn es mit der Umsetzung noch hapert, so kann die neue Einstellung doch langsam, aber unaufhaltsam zu neuem Verhalten führen: Menschen werden Flüge reduzieren, den Individualverkehr begrenzen, nachhaltige Geräte und nachhaltig produzierte Lebensmittel einkaufen, weniger Fleisch essen, reparieren statt wegwerfen.

Auch in der Wirtschaft haben schon viele begriffen, dass neue Aufgaben, aber auch neue Chancen auf sie warten und ein Treten am Ort letztlich gefährlich ist. Vieles tut sich: Erneuerbare Energie wird produziert,  neue Speichermöglichkeiten werden entwickelt. Die Effizienz der Geräte wird verbessert, Hausmauern werden isoliert, Transportwege verkürzt. Auch hier haben wir alle die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen: Die Industrie wird sich in dem Masse energiefreundlich entwickeln, als wir nachhaltige Produkte kaufen.

Bleibt noch die Politik. Auch hier bewegt sich schon einiges. Die Schweiz trägt internationale Vereinbarungen zum Klimaschutz mit. Sie ist entschlossen, ihren Beitrag zu leisten zum international anerkannten Ziel, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad zu begrenzen. Seit 2008 wird auf fossilen Brennstoffen wie Heizöl oder Erdgas eine CO2-Abgabe erhoben. Es gibt Emissionsvorschriften für Fahrzeuge, Gebäudedämmung wird subventioniert.

Doch im Parlament besteht Widerstand. Kurzfristige Wirtschaftsinteressen gehen oft vor. Parteistrategen streuen ihren Mitgliedern Sand in die Augen. Sind sie sich ihrer Verantwortung bewusst? Wir können Einfluss nehmen, indem wir Leute ins Parlament wählen, die gemeinsame Werte über ihre persönlichen Interessen stellen.

Die jungen Leute, die sich in der Klimastreik-Bewegung für eine aktive Klimapolitik einsetzen, entziehen sich dem Gezänk der politischen Parteien. Sie gestalten ihre Kundgebungen in Freude und Kreativität. Sie lehnen Gewalt ab, sie argumentieren sachlich und nachvollziehbar.

Wie bei allen grossen Bewegungen, geht es langsam voran. Doch gerade die sozialen Medien bieten dem Einzelnen und engagierten Gruppen Möglichkeiten, über Information oder Aktionen zur Bewusstseinsbildung beizutragen. Noch ist es möglich, die Katastrophe zu vermeiden oder doch zu minimieren. Allerdings drängt die Zeit.

Bildquelle: climatestrike.ch