Integrale Politik war auf der Integralen Europäischen Konferenz (IEC) 2025 in Ungarn sehr präsent. Allenfalls haben wir sogar Integral Politics International gegrĂĽndet! Ein Erfahrungsbericht der Delegation der IP Schweiz an der IEC – AĂŻma Andany und François Suter von der IP Genf, sowie Simon Berg von der IP ZĂĽrich / IP Schweiz.
Ein Bogen aus Workshops und Keynotes
Die IEC fand vom 28. Mai bis 1. Juni in Siófok, Ungarn, am Ufer des Balaton, statt. Im Rahmen des Konferenzprogramms haben einen Workshop angeboten und moderiert, in dem wir die Teilnehmenden eingeladen haben, zu explorieren, wie ganzheitliches Engagement in der Politik aussehen kann. Unsere Absicht war es, die Teilnehmenden in gewisser Weise herauszufordern: Sie waren zur IEC gekommen, weil sie in Integraler Theorie interessiert sind. Waren sie bereit, einen Schritt weiter hin zu persönichem Engagement zu gehen?
Dank AĂŻmas aktiver Vernetzung mit anderen Referent:innen der Konferenz – Dr. Elke Fein vom Institut fĂĽr Integrale Studien, Freiburg (IFIS), Autorin des Buches «Integrale Politik», und Prof. Karen O’Brien, Universität Oslo, Autorin des Buches «You matter more than you think» – haben wir einen ganzen «Bogen» von Konferenzbeiträgen geschaffen, die dem Thema integrale Politik gewidmet warn:
am Donnerstagnachmittag einen Workshop von Elke Fein ĂĽber Deep Democracy;
am Freitagnachmittag unseren Workshop mit dem Titel „How to engage in politics in an integral way?“;
am Samstagmorgen eine Keynote von Karen O’Brien mit dem Titel «Fractals of Change«;
gleich danach eine zweite Keynote von Elke Fein mit dem Titel „Ganzheit in der Politik – Surfen zwischen den Polaritäten“;
und schliesslich, am Samstagnachmittag, ein gemeinsamer Workshop mit uns als IP Schweiz, Elke Fein und Karen O’Brien zu «European Integral Politics in Action«.
Mehr als 150 Personen nahmen an den Keynotes teil und etwa 20 bis 30 Personen an jedem Workshop, wobei sich die Teilnehmenden intensiv mit dem Thema beschäftigten. Weitere Personen bedankten sich dafür, dass wir Politik in das Konferenzprogramm eingebracht haben.
Dank unseres Bogens von Konferenzbeiträgen wurde das Thema integrale Politik auf der Konferenz sehr sichtbar. Fast jeden Tag stand eine Person von uns auf der Bühne um zu sprechen oder einen Workshop anzukündigen.
Ein internationales Netzwerk weben
Einige der Teilnehmenden des letzten Workshops über „European Integral Politics in Action“ setzten die Diskussion am Seeufer fort, während sie auf die Abendveranstaltung warteten (ein wunderschönes Lagerfeuer, begleitet von kraftvoller Musik von Gábor Ölvedi und Fatou Gozlan): Ideen wurden ausgetauscht, E-Mail-Adressen gesammelt und eine allererste Form einer vielleicht zukünftigen internationalen integralen Politik-Community wurde geboren. Wir wollen nun zunächst in regelmäßigen Online-Treffen (alle 4 bis 6 Wochen) Informationen austauschen und uns gegenseitig zu unterstützen. Unser erstes Treffen wird am Montag, den 23. Juni stattfinden.
Innere Visionsarbeit zur Verbindung mit der Politik
Für unseren Workshop zum Thema „How to engage in politics in an integral way?“ hatten wir uns für einen Prozess entschieden, der der Integralisierungsmethode ähnelte: Nach einer Vorstellungsrunde luden wir die Teilnehmenden ein, in Zweiergruppen zu erkunden, was sie von der Politik fernhält, wobei sie ihre Ängste, Projektionen, aber auch einfache Zwänge wie Zeitmangel zum Ausdruck brachten. Darauf folgte eine Runde, in der sie sich darüber austauschten, was sie beim Einstieg in die Politik unterstützen könnte. Wir forderten die Teilnehmer dann auf, sich mit ihrer inneren Vision zu verbinden, alles loszulassen, was geäussert wurde, und sich zu öffnen, um eine Botschaft von ihrer inneren Weisheit zu empfangen. Danach wurden diese Botschaften in Gruppenarbeit ausgetauscht und dann in Zweiergruppen auf einen möglichen nächsten konkreten Schritt fokussiert. Die Synthese der Flipchart-Papiere mit den gesammelten Visionsaussagen wurde in den Workshop am Samstag eingebracht und diente als Grundlage für die Diskussion.
Drei Hauptrichtungen haben sich herauskristallisiert:
Politik aktualisieren
Das Konzept der Politische Parteien kritisch hinterfragen
Stärkung der Institutionen statt der Regierungen
Ausgleich zwischen regionaler Governance und zentraler Koordination
Einsatz von Technologie (KI) fĂĽr komplexe Governance
Demokratie-Updates
Mit Politiker:innen in Kontakt treten
Bewusstsein fĂĽr die Auswirkungen von finanzieller Macht und Wirtschafts-Lobbyismus
Bildung
Die Deep-Democracy-Methode nach Arnold Mindell
Networking
Integrale Politik: Partei oder politische Bewegung?
GrĂĽndung eines internationalen Netzwerks
Beteiligung von nicht „gewählten Politikern“: NGOs, Wissenschaftler:innen, Ökonom:innen
Ein vielversprechender erster Schritt
Die Workshops haben uns Energie und wundervolle Erfahrungen beschert. Unser Bogen aus Konferenzbeiträgen fühlte sich an wie eine der wichtigeren Themenblöcke der IEC 2025 und stiess auf grosses Interesse. Da die IEC-Community voller wunderbarer Menschen ist, war die ganze Veranstaltung sehr nährend.
Wir sind gespannt, was aus unserer neu gegründeten, internationalen Community entstehen wird. Mit Menschen aus Ländern wie Belgien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Irland, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, der Ukraine, den USA – und der Schweiz – sehen wir eine Menge Potenzial und gewinnen sicher viele neue Perspektiven.
Um der Community eine Plattform zu bieten, haben wir auch eine erste Basisversion der IP-Website in englischer Sprache eingerichtet, die jetzt auch ĂĽber www.integral-politics.org verfĂĽgbar ist.
Wir planen, hier regelmässig über unsere internationalen Bemühungen zu berichten. Auf bald! ✨


