Die formlose Führung, die uns ruft. Hörst du sie?

Newsletter Editorial, vom November 2024.

Teile uns mit, was Dich persönlich zu diesem Thema Bewegt!

Puh… es war wieder einiges in Bewegung in den letzten Wochen. Immer öfter höre ich besorgte Stimmen über das, was auf der Welt geschieht. Jahrzehntelange nationale und globale Bemühungen, gemeinsame Wege zu bauen, scheinen in Sackgassen zu führen – Institutionen kommen an ihre Grenzen.

Ein besonders bewegendes Thema zu Beginn dieses Novembers war wohl die Präsidentschaftswahl in den USA und der klare Wahlsieg von Donald Trump.

Ist das ein Umweg auf dem Pfad zu einer integralen Gesellschaft? Oder vielleicht sogar ein Abweg?

Was ich darin seheund vor allem tief in meinem Herzen spüre – sind die natürlichen Kräfte des Ausgleichs. Sie machen auf vergessene Bedürfnisse aufmerksam und behüten und führen uns auf dem Weg der Evolution – unser ganzes Wesen in die Welt zu tragen, das wir in unserem formlosen Kern schon immer sind. (lateinisch: evolvere – entfalten, entwickeln, enthülen)

Wenn wir die Botschaft dieser Kräfte mit offenem Herzen wahrnehmen, bevor sie laut werden müssen, können sie uns sanft leiten. Sie zeigen uns, was wir aus den Augen verloren haben, und helfen uns zu erkennen, was jetzt wichtig ist. So können wir heilsame Wege finden, die uns weiterführen und Brücken bauen, die unsere unterschiedlichen „Inseln“ der Individualität kreativ und lebensschaffend miteinander verbinden.

Verschliessen wir uns jedoch ihrem Ruf oder bekämpfen sie sogar aus dem Schatten eigener innerer Abspaltungen, türmen sie sich auf bis ins Archaische. Sie werden so stark, dass sie alles in die Sichtbarkeit ziehen, was wir nicht sehen wollen – bis es unmöglich wird, das Abgespaltene zu ignorieren.
Dieses Erkennen ist wesentlich, damit wir uns weiterentwickeln können. Die Bedürfnisse, die durch diese Kräfte ins Licht gebracht werden, müssen erkannt und gewürdigt werden – daran führt kein Weg vorbei. Das Verborgene und Vergessene ruft jetzt nach besonderer Aufmerksamkeit.

Wehre ich mich gegen diese Kräfte, wirken sie auf mich feindlich, ja, vielleicht sogar bösartig. Der Prozess des Kampfes ist sehr leidvoll und raubt uns wertvolle Schöpfungsenergie. Kampf bedeutet stets Leid für alle involvierten Seiten, denn er zerstäubt das Leben, wenn ich mich in ihm verliere.
Schaue ich aber mit offenem Herzen hin, kann ich erkennen, dass hinter der Oberfläche etwas Wertvolles liegt, was mir so fremd scheint. Es birgt die wunderbare Möglichkeit, sogar eine erbitterte Feindschaft in innige Freundschaft zu wandeln. Schritt für Schritt oder auch ganz ohne Schritte.

Viele unserer gegenwärtigen Strukturen scheinen im Zwiespalt an Kraft zu verlieren und teilweise zu zerfallen. Doch vielleicht ist das ein notwendiger Teil der Entwicklung, um Transformation zu ermöglichen, wenn sie notwendig wird? Über Bestehendes hinauszuwachsen? 
Dabei geht es nicht darum, das Bisherige zu zerstören, sondern seine positiven und unterstützenden Essenzen in neuer Form zu bewahren. Wir können Wertvolles, das in den gegenwärtigen Strukturen verloren ging, wieder lebendig integrieren und Beschränkendes gehen lassen. Damit können wir das Bestehende und auch das darin Vergehende, erst wahrhaftig würdigen. Lasst uns die gewonnene Erfahrung des Bisherigen aufbauend nutzen. Das Leben feiernd!

Für mich bedeutet dies im Alltag nun umso mehr, mit Empathie hinzuhören – auch bei denen, deren Stimmen ich vielleicht reaktiv ablehne. Dabei möchte ich gut in mich hineinlauschen, was ich möglicherweise selbst aus den Augen verloren habe.
In den gewonnenen Erkenntnissen spüre ich das Potenzial, mein Handeln liebevoll auszurichten und lebensdienliche Transformation wirkungsvoll mitzugestalten!

Für uns und für die Erde, jetzt umso mehr.

4 Responses

  1. Vielen Dank dir für diesen Text in Balance, lieber David!
    Ich empfinde viele der gegenwärtigen Entwicklungen tatsächlich als Umweg oder Rückschritt.

    Das finde ich bedauerlich.
    Und ja, ich vermute auch, dass es ein Ausdruck von Nicht-sehen-Wollen ist.

    Mir macht das – wie dir wohl auch – gleichzeitig Hoffnung.
    Weil wir in einer Zeit leben, in der wir beginnen, die Wirkmechanismen der Trennung zu durchschauen.
    Deshalb können wir auch darauf hinwirken, dass wir sie überwinden.

    Und wir dürfen gern ein wenig schneller unterwegs sein.
    Deshalb können wir ganz viel tatkräftige Unterstützung für die Integrale Politik gut gebrauchen.
    Wir können bei uns selbst beginnen, unsere Abwehrreaktionen gütig annehmen, beleuchten und bearbeiten.
    Wir können die integrale Perspektive viel breiter einbringen, als wir das heute tun.
    Wir können Menschen zusammenbringen, die sich voneinander abgesandt haben.

    Meldet euch bei uns, falls ihr diesen Ruf auch hört.

  2. Danke für den Text –
    Bin schon länger bei Integrale Politik
    Finde die Ansichten sinnvoll und passend zu unserer jetzigen Zeit-Situation.
    Habe gerade einen Text verfasst,
    der unsere jetzige Zeit der Unklarheiten betrifft.
    Mehr ist unter: http://www.gutleben.ch
    ‐——‐——————————————————
    Tretet heraus aus dem Nebel, kommen Sie ins helle Licht von Gott, der Sie geschaffen hat, damit Sie im Licht leben. Heute, morgen, nächstes Jahr – und in der Ewigkeit, die er Ihnen auftun will. Denn das Licht ist in uns.
    Step out of the fog and into the bright light of God, who created you to live in the light. Today, tomorrow, next year – and in the eternity that he wants to open up for you. As the Light is in us.
    -‐—‐‐—‐‐—————————————-
    Herzliche Gruesse
    Raymond

  3. Diese Haltung könnte man so verstehen: Alles, was passiert – egal, wie chaotisch oder unangenehm es wirkt – hat einen Sinn. Es zeigt uns, was wir übersehen haben und worauf wir achten sollten.

    Man könnte sagen: In jeder Krise steckt die Chance, etwas Neues zu lernen und besser zu werden. Wenn wir genauer hinschauen und wirklich zuhören, entdecken wir, was uns fehlt und was uns verbindet. Statt gegeneinander zu kämpfen, könnten wir versuchen, die Botschaft hinter dem Chaos zu verstehen.

    Das ist wie beim Hausbau: Wir reissen nicht alles ab, sondern schauen, welche Teile noch stark und nützlich sind. Die nehmen wir mit und bauen darauf etwas Neues auf. So können wir Brücken bauen zwischen dem, was uns trennt, und dem, was uns alle verbindet.

    Es geht also darum, nicht nur laut zu schreien oder Angst zu haben, sondern mit offenem Herzen zu schauen: Was können wir aus diesem Moment lernen? Was sagt uns das über uns selbst und über die Welt, die wir zusammen erschaffen?

    Dieser Gedanke ist nicht kompliziert – er lädt uns ein, neugierig zu sein, hinzuhören und einen neuen Weg zu gehen. Nicht gegen etwas, sondern für etwas: Für ein Leben, das für alle funktioniert.

    Herzlicher Gruss aus Zürich
    Christof

  4. Lieber David, vielen Dank für Gedanken und Anregungen im Newsletter
    Er hat mich sehr inspiriert meine Gedanken dazu zu machen.

    Bedeutet diese Wahl in den USA nur ein Umweg oder Abweg zu einer integralen Gesellschaft? Mit dieser Anschauung wird schon angedeutet, dass dieses Wahlergebnis ein Rückschlag zu einer integralen Gesellschaft ist, während die demokratische Partei direkt auf eine integrale Gesellschaft zusteuert. Durch welche Fakten kann dies plausibel gemacht werden? Wieso ist integral auf der einen Seite der Waagschale und nicht integral in der Mitte?

    Das sehe ich auch so, Einseitigkeiten rufen nach einem Ausgleich. Um weiter zu kommen macht es vielleicht Sinn die Einseitigkeiten zu Bennen sonst bleibt es im Allgemeinen. Wo bin ich in einer Einseitigkeit, in Abspaltung oder Verblendung? Welches sind die vergessenen Bedürfnisse?

    Was sind diese Kräfte des Ausgleichs? Welche Botschaften sollen wir wahrnehmen? Wer ist dieses «Wir»? Vielleicht nimmt jeder andere Botschaften wahr je nachdem auf welche Stimme er hört. Wer führt uns, wer ist das? Ist der Mensch ein freies Wesen oder ein freiwerdendes Wesen? Ist es nicht auch möglich das der Mensch die Führung selber übernimmt aus der denkenden Durchdringung von geistigen Wahrnehmungen mit der Kraft des Herzens, ein jeder auf seine Art, seinen Anteil aus dem grossen Ganzen kreativ beiträgt. «Frei ist nur der Mensch, insofern er in jedem Augenblicke seines Lebens sich selbst zu folgen in der Lage ist.» Das ist dann eher eine Frage des «Ich» und nicht des «Wir». Daneben gibt es aber auch immer Wesen welche etwas anderes wollen oder nicht sich selber folgen können oder wollen. Ich sehe nicht das es ein einheitliches «wir» gibt.

    Ein Pendel bewegt sich immer von einer Seite auf die andere, wieso ist die eine Seite gut oder richtig und die andere böse oder falsch? Wie kann jeder für sich diese Dualität überwinden? Jede Seite ist ein Extrem. Wir brauchen beides Licht und Finsternis. Oder das Gesetz von Polarität und Steigerung.

    Links – Rechts, Demokraten – Republikaner, Gut – Böse, sind zwei Seiten derselben Medaille. Ist eine integrale Gesellschaft im linken Lager beheimatet? Trägt sie so nicht zur Spaltung bei? Wieso sind wir sooo abhängig von dem Imperium USA? Wo ist unsere eigene Kraft der Mitte zwischen Ost und West?

    Entsprechen Staatgebilde mit physischen Grenzen ohne Rücksichtnahme auf kulturelle Volksseelen- oder Volksgeister- Zugehörigkeit dem Wesen des Menschen? Entspricht eine Politik als Einheitsstaat oder eine Weltregierung welche alle Bereiche des Lebens kontrolliert oder verwaltet dem Wesen des Menschen? Was ist Freiheit und Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen oder Gruppen von Menschen im Kontrast zu einer Pyramide der Macht welche alles kontrolliert?

    Oh Mensch du bist zwischen Licht und Finsternis gestellt… Abspaltung auf der einen Seite und Verblendung auf der anderen Seite, das ICH in der Mitte welches die Waage hält. Abspaltung, Zersplitterung in der Dunkelheit oder Materie – Verblendung oder Auflösung und Verschmelzung im Licht, beides Abwege von der Mitte, vom Ich, von Christus in mir.

    Wird Christus tausendmal zu Bethlehem gegoren geboren
    Und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren (Angelius Silesius)

    Ist unser Kern formlos, formloses Bewusstsein, leeres Bewusstsein? Ist die Führung formlos und hat keinen Namen? Kann der Mensch die Führung auch selber übernehmen, erwachsen zu werden, um mit der Hilfe der Wesen die darauf warten gefragt zu werden aus der Fülle aller möglichen Formen? Wie kann ich diese Formlosigkeit wahrnehmen? Oder ist diese Formlosigkeit nur eine rein erdachte Idee? Ist unser Kern nicht auch auf dem Weg der Evolution und wir der Gestalter dieses Weges auf dem Wege zur Freiheit mit der Möglichkeit auf Abwege zu geraten welche und dann zu tieferem Bewusstsein helfen. Oder im Gegensatz dazu, dass wir schon alles sind und die Entwicklung einfach geschehen lassen. Vielleicht enthält unser Kern die Anlage zu allen möglichen Formen. Punkt und Umkreis sind Eins. Es gibt auch bewegte Formen wie eine Welle auf dem Wasser, oder eine flüchtige Form eines Regenbogens. Ist ein Same (Kern) formlos oder trägt er nicht alle möglichen Formen seiner Bestimmung bereits in sich? Wie es sich dann entfaltet hängt von vielen Faktoren ab.

    Herzlicher Gruss
    Bruno

    P.S. Dieser Text ist nicht mit ChatGPT erstellt, sondern durch aufmerksame Betrachtung, innerer Wahrnehmungen und intuitiv erfassten, eigenen Gedanken.

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