Helikoptergeld-Initiative: NEIN

Die Haltung der IP Schweiz zur Eidg. Volksinitiative «7500 Franken an jede Person mit Schweizer Bürgerrecht (Helikoptergeld-Initiative)».

Initiativtext

Die Bundesverfassung1 wird wie folgt geändert: Art. 197 Ziff. 12(2) 12. Einmaliger Beitrag an Personen mit Schweizer Bürgerrecht über eine Erhöhung der Geldmenge.
  1. Jede Person, die am Tag der Annahme dieser Bestimmung durch Volk und Stände das Schweizer Bürgerrecht hat, erhält von der Schweizerischen Nationalbank einen Betrag von 7500 Franken.
  2. Die Schweizerische Nationalbank schafft dazu Geld im Umfang des erforderlichen Gesamtbetrags.
  3. Jede begünstigte Person erhält ihren Betrag spätestens ein Jahr nach Annahme dieser Bestimmung durch Volk und Stände.
  4. Der erhaltene Betrag ist von der Einkommenssteuer befreit.

Was die Initiative will

Die Initiative will,
  • dass der Bund allen Personen mit Schweizer Bürgerrecht einmalig einen von der Einkommenssteuer befreiten Betrag von 7500 Franken ausbezahlt
  • und dass die Schweizerische Nationalbank das dafür notwendige Geld schafft (53 Milliarden Franken).

Initiativkomitee

Sieben in 9443 Widnau resp. in 9442 Berneck wohnhafte Bürger:innen. Sprecher ist Luca Volar, Schützenstrasse 2, 9443 Widnau.

Integrales Zukunftsbild

In einer integralen Gesellschaft handelt die Notenbank zugunsten einer Wirtschaft im Dienst des Allgemeinwohls.

Die Empfehlung der IP Schweiz: NEIN

Die Initiative geht eher nicht in die Richtung des integralen Zukunftsbildes.

Unsere Überlegungen

  • Die Initiative führt zu klimaschädigendem Mehrkonsum und ist ganz dem Wirtschaftswachstum verpflichtet.
  • Sollten Gewinne der Nationalbank nicht eher zur Sanierung maroder Sozialwerke (AHV) als für den privaten Konsum verwendet werden?
  • Wir könnten uns auch die Finanzierung eines regionalen Experiments mit einem bedingungslosen Grundeinkommen vorstellen.
  • Um eine einmalige Aktion der Notenbank zu legitimieren, scheint uns eine Änderung der Verfassung ein ungeeignetes Instrument zu sein.

Verantwortlich für die Beurteilung

Diese Beurteilung wurde vom Kompetenzzentrum KOM «Initiativen & Referenden» der IP Schweiz im November 2021 vorgenommen. Die Verantwortlichen: Susanne Baumann, Anike von Burg, Barbara-Lilith Picard, Gary Zemp.

One Response

  1. Diese absolut nicht nachhaltige Wirtschafts-Booster-Initiative kann die erforderlichen Unterschriften bei weitem nicht erreichen. Das ist erfreulich und zeigt, dass die grosse Mehrheit der Stimmberechtigten diese Verführungs-Initiative durchschaut haben.
    Etwas anderes wäre es, wenn das Geld der Nationalbank zur Verstärkung des AHV- und IV- Fonds verwendet würde, für eine Bildungsoffensive in Nachhaltigkeit, für den Umbau der Energieversorgung mit erneuerbarer Energie, zur markanten Reduzierung der Erderwärmung und in Friedensprojekte.

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