Nachruf für Jakob Elmer
10.12.1944 – 07.01.2026
Verfasst von Pia Bossi
Du warst fast von Anbeginn ein aktives und kreativ mitdenkendes Mitglied der Integrale Politik Schweiz.
Dein wacher Geist, deine Weitsicht und Sprachgewandtheit überzeugte bei vielen Diskussionen – und sorgte immer wieder für Klarheit.
Du hast dich stets mit vollem Herzen und wachem Geist bei uns engagiert:
–in der IP-Arbeitsgruppe «Friedensarbeit»
–im politischen Ausschuss für die Abstimmungsvorlagen
–in der Vorbereitungsgruppe für die Nationalratswahlen
–in der IP-Regionalgruppe Zürich auf vielfältige Weise
–bei der Einführung der neuen Kreisorganisation in der IP
Die IP Schweiz – wir alle – verlieren mit dir einen herzensguten Freund und geschätzten Kollegen und Berater.
Die Nachricht von deinem Tod macht uns tief getroffen. Wir werden dein Engagement vermissen, doch dein Wesen das bleibt uns nahe.
Mit deiner Familie und all deinen Freunden und Freundinnen
empfinden wir Abschiedsschmerz, behalten dich aber
im Herzen lebendig.
In liebevoller Erinnerung
deine IP- Freund*innen und Mitstreiter*innen
Ein paar persönliche Erlebnisse und Erinnerungen:
Prinzipiell strahlte Jakob Gutmütigkeit und Kompetenz aus. Ich spürte auch eine gewisse Strenge, die bei der Zusammenarbeit als Revisor der IP Zürich natürlich nur von Vorteil war. Beim Engagement für die Nationalratswahlen zeigte er seine Stärken im emotionalen Bereich, sogar ein Touch Naivität war dabei.
Hugo Morger
Gerne denke ich zurück an die morgentliche Fahrt im Speisewagen nach Olten, wo wir im Flörli im Politischen Ausschuss Debatten zu den Abstimmungen führten und immer wieder versöhnlich die ‚Teilete am Mittag‘ feierten.
Auch das ‚Finale‘ der IP-Friedensgruppe mit einem Wochenende in Teufen (AR) im (damaligen) Bildungshaus Fernblick, wo wir eine Eingabe an die IP lancierten, ein ‚Departement für den Frieden‘ im Bundesrat einzurichten, bleibt in schöner und ‚wehmütiger‘ Erinnerung.
Pia Bossi
Als ich Jakob das erste Mal an einem runden Tisch der IP Zürich (es war wohl im März 2021) begegnete, fühtle ich mich durch seine emphatische und aufmerksame, offene und zugängliche Art sofort willkommen.
Später besuchte er mich bei mir zu Hause, wir vertieften uns in einen wunderbaren Austausch und teilten vieles, was uns im Leben berührt und wesentlich ist. Herzlichen Dank, lieber Jakob, für alles, das wir teilen und erleben durften.
Peter W. vom Zürichsee
Anfang 2016 reiste ich zum ersten Mal nach Olten, um im Politischen Ausschuss der IP einen Kommentar zur nächsten Abstimmung zu verfassen. In der Sitzung gab ich meine Ansichten zu den Vorlagen bekannt. Doch da war ein Mitwirkender namens Jakob, der oft nachhakte und mich gelegentlich in Verlegenheit brachte, denn seine Fragen, auf die er eine Antwort haben wollte, waren wohlüberlegt. Sie regten mich an, meine geäußerten Ansichten nochmals zu überdenken.
Es kam gelegentlich vor, dass ich mit einem „Nein“ im Kopf bezüglich einer Vorlage in die Sitzung ging und am Ende der Sitzung einem „Ja“ zustimmte oder umgekehrt. Das konnte ich auch bei Jakob beobachten. Er war stets bereit neue Überlegungen aufzunehmen.
Meistens fuhren wir nach den Tagungen zusammen mit dem Zug von Olten nach Winterthur und besprachen weitere politische Anliegen und andere aktuelle Geschehnisse. Dabei nahmen immer wieder spirituelle Weltsichten gebührend Platz ein. Diese Diskussionen waren so belebend, dass wir kaum dazu kamen über ganz private Ereignisse und Befindlichkeiten zu sprechen. Etwas mehr über Jakob und seinen Lebensverlauf erfuhr ich erst in einer Wochenend-Klausur im Herbst 2020 – mitten in der Corona-Phase. Dort fanden wir Zeit uns in Zweiergruppen über unsere persönlichen Lebensumstände auszutauschen. Leider fehlte später eine weiter Gelegenheit, um unsere Beziehung zu vertiefen, denn schon bald danach mussten wir im Politischen Ausschuss ohne Mithilfe von Jakob auskommen. Er wurde krankheitsbedingt gezwungen „kürzer zu treten“ und verabschiedete sich vom Ausschuss.
Ich bin Jakob sehr dankbar für seine stets rücksichtsvolle, einfühlende Art zu diskutieren. Ich hätte gerne mit ihm weitere Anliegen erörtert, doch das stand offenbar nicht mehr an. Anfänglich vermisste ich Jakob. Doch dann machte ich mir klar, dass das nicht angebracht ist, denn die Geistige Welt weiß stets, wer, wann und wo gebraucht wird.
Jakob hat viel geleistet für die Integrale-Politik und ich vermisse ihn aus persönlichen Gründen. Er war ein aufmerksamer Zuhörer und hatte eine feine Art, seine Überlegungen einzubringen und er war stets sehr verlässlich. Kurz: Er war eine gute Stütze für den Politischen Ausschuss – und das wohl genau in der richtigen Zeit und am richtigen Platz.
Remy Holenstein
Ich erinnere mich noch gerne an die Präsenz von Jakob und seine tiefe Verbundenheit mit der Integralen Politik und mit der Arbeit von Ken Wilber. Ich schätzte seine grosse Hilfsbereitschaft, seine Integrität und für das Gemeinwohl einzutreten.
Auch seine tatkräftige Unterstützung in der IP-ZH bis an seine Grenze des Möglichen für die Nationalrats-Wahlen 2019 hat mich sehr berührt. Wir haben diesen Test-Lauf nicht bestanden, aber die Klarheit darüber gewonnen, ob wir als Partei oder als Bewegung weiterfahren wollen….
Ich werde ihn als gelebtes Vorbild eines integralen Menschen für mich in Erinnerung behalten….
Karl Zschienger
Mit Jakob konnte man philosophieren, argumentieren, organisieren, kandidieren … aber auch lachen, tanzen und singen!
Einmal waren wir zu viert auf dem Sofa, da es keinen Platz mehr hatte, legte sich Jakob kurzerhand uns Vieren auf den Schoss!
Diese Vielseitigkeit und Verbundenheit mit Jakob habe ich sehr geschätzt.
Susanne Baumann
Jakob war einer meiner grossen Lehrer in der IP – umsichtig, reflektiert, das Herz auf dem rechten Fleck – und immer für wichtige Fragen und Aufgaben erreichbar.
Ich hatte das Glück, ganz am Anfang meiner Mitgliedschaft mit ihm im Politischen Ausschuss zu dienen – dem Ort der differenziertesten Auseinandersetzung mit allen Themen von integraler Relevanz.
Nach seinem Rücktritt aus dem PA und dann auch aus dem Vorstand der Sektion Zürich konnte ich in wichtigen Fragen nie auf ihn verzichten und kreierte daher, zusammen mit Pia, einen kleinen ‚ausserparlamentarischen‘ Club, um weiterhin einen angemessenen Resonanzraum für meine Aktivitäten in der IP zu bewahren.
In grosser Dankbarkeit,
Pierrot Hans
Wenn ich an meine Begegnungen mit Jakob denke, entsteht in mir eine weite, tief berührende Ruhe und ein stiller Frieden. Seine Wesenspräsenz erinnerte mich an die Kraft des offenen Zuhörens und des wirklichen Verstehen wollens.
Auch wenn sein körperliches Dasein nun vollendet ist, spüre ich eine tiefe Dankbarkeit für das, was durch ihn in die Welt gekommen ist. Sein Wirken hat Samen hinterlassen, die weiterleben, sich entfalten und andere berühren, mich berühren. In diesem Sinn ist er nicht einfach gegangen, sondern Teil eines grösseren Feldes, das uns weiterhin inspiriert und verbindet, nun bereichert um den Erfahrungsschatz seines ganzen Lebens.
Ich danke Dir, Jakob
David Bussmann



5 Responses
Ich hatte nur sehr wenig Kontakte mit Jakob.
Aber diese Kontakte hinterliessen Spuren in mir: Jetzt noch empfinde ich seine Ruhe, sein Schmunzeln, seine Ernsthaftigkeit, seine Offenheit mir und der Welt gegenüber.
Er ist gegangen. Die Spuren bleiben.
DANKE, Bruder Jakob!
Ich lernte Jakob bereits vor seinem Engagement in der IP kennen. Es ging um den Aufbau eines Netzwerks unter Kommunikationsberatern. Jakob war engagiert und bezahlte danach die Zeche. Er holte mich zur Beihilfe, als es um die Rettung des evangelischen Zentrums Boldern ging. Später hatten wir Kontakt um die Weiterführung passender Kommunikationshilfsmittel in der Gegenwart. Jakob konnte dabei auch rebellisch sein. Wir trafen uns danach oft im «Alltag» Winterthur und tauschten unsere Gedanken aus. Ich vermisse Jakob als selbstbewegenden und selbsteraltenden Gesprächspartner. Jakob ist einer der wenigen Menschen, die ich solange ich lebe, nie vergessen kann.
Ich lernte Jakob bereits vor seinem Engagement in der IP kennen. Es ging um den Aufbau eines Netzwerks unter Kommunikationsberatern. Jakob war engagiert und bezahlte danach die Zeche. Er holte mich zur Beihilfe, als es um die Rettung des evangelischen Zentrums Boldern ging. Später hatten wir Kontakt um die Weiterführung passender Kommunikationshilfsmittel in der Gegenwart. Jakob konnte dabei auch rebellisch sein. Wir trafen uns danach oft im «Alltag» Winterthur und tauschten unsere Gedanken aus. Ich vermisse Jakob als selbstbewegenden und selbsteraltenden Gesprächspartner. Jakob ist einer der wenigen Menschen, die ich solange ich lebe, nie vergessen kann.
Heiner Dübi
… ich meinte «selbsterhaltender Gesprächspartner». Dieses Detail lohnt sich, im Bericht zu dir zu präzisieren.
Im Andenken an dich
Heiner
Einfach schön und sehr berührend, all die Jakob würdigenden und ehrenden Gedanken zu lesen. Jakob begegnete ich während einigen Jahren mehrmals jährlich in Bern, wir pflegten jeweils ein sehr freundschaftliches persönliches Zusammensein. Auch bei unserer Korrespondenz. Kennen und schätzen gelernt haben wir uns bei der Arbeit in einer Arbeitsgruppe „Qualitätsentwicklung und -sicherung der IP bald mal nach der Gründungszeit. Für die Jahre des immer wiedermal Zusammenseins mit Dir, Jakob, als einfach liebenswürdiger Mitmensch, bin ich heute noch sehr dankbar. Peter