Diesen Vorschlag hat niemand aktiv eingereicht und trotzdem muss er thematisiert werden. Denn natürlich ist es auch eine Option für die IP Schweiz, genauso weiterzumachen, wie bisher.
Ich als Autor dieser Zeilen halte diese Option für nicht erstrebenswert, werde sie aber hier so neutral wie möglich darstellen.
Was ich nicht tun kann, ist es, das «Weiter wie bisher» im Ausrichtungsprozess zu vertreten. Falls du, liebe Leserin, lieber Leser, diese Ausrichtung für die IP aus ganzem Herzen unterstützt, wäre ich froh, wenn du diese Rolle übernehmen würdest. Melde dich dazu gerne einfach bei mir: peter.kaufmann@integrale-politik.ch.
Zusammenfassung der Option «Weiter wie bisher»
Die aktuelle programmatische Grundlage der IP Schweiz besteht mehrheitlich immer noch in den Texten, welche die Gründer und Gründerinnen vor über 15 Jahren formuliert haben. Die Texte sind sehr umfangreich und auf der Webseite auffindbar.
Die Fragen, welcher der Ausrichtungsprozess aufwirft, werden in der Option «Weiter wie bisher» folgendermassen beantwortet (alle Zitate stammen von Website der IP Schweiz):
Was sind Vision, Mission und Werte der IP Schweiz?
«Unsere Vision: Eine integrale Gesellschaft
Verbindung statt Trennung
Wir streben eine integrale Gesellschaft an: die ganzheitliche Weiterentwicklung von Demokratie und Gemeinwesen.
Die integrale Gesellschaft überwindet die Spaltung der politischen Lager. Sie legt den Fokus auf gemeinsame Lösungen.
Globales Bewusstsein
In der integralen Gesellschaft lebt der Mensch in Balance mit sich und der Erde. Immer mehr Menschen entwickeln ein Bewusstsein für die Welt als ein lebendiges System, in dem alles mit allem verbunden ist.
Immer mehr Menschen erkennen, dass genug da ist für die Bedürfnisse und die Selbstentfaltung aller.
Gemeinschaft und globale Verantwortung
Die Menschen in der integralen Gesellschaft handeln gemeinsam in starken, konstruktiven Gemeinschaften, dem Gesamten dienend.
Diese Gemeinschaften bilden das Rückgrat der Gesellschaft.
Ein globales Verantwortungsgefühl und empathisches Handeln prägen den Umgang miteinander, sowie zu anderen Nationen und Kulturen.»
«Unser Beweggrund
Komplexität und Polarisierung
Entwicklungen auf allen Ebenen beschleunigen sich. Krisen sind schnell weiträumig und sehr facettenreich. Einfache Antworten gibt es nicht mehr. Auf der Suche nach Klarheit blenden wir unliebsame Fakten oder unverstandene Gefühlswelten oft aus und bekämpfen die anderen «Lager». Es kommt zu Polarisierung und Spaltung.
Wir brauchen bewusstes und integrierendes Handeln, das diese Muster überwindet.
Veränderungen in allen Lebensräumen
Wir Menschen beeinflussen die Ökosysteme stark. Klima, Biodiversität, Wasser, Boden und Luft verändern sich in immer kürzerer Zeit.
Wir brauchen innere und gesellschaftliche Fähigkeiten, um mit diesen Veränderungen in Kontakt zu treten und ihnen miteinander, klug und dezentral zu begegnen.
Bedarf an Global- und Lokalbewusstsein in der Politik
Globale und lokale Herausforderungen brauchen ein verantwortungsvolles Handeln, das die komplexen Bedürfnisse der jeweiligen Ebenen achtsam berücksichtigt.
Wir brauchen ein neues demokratisches Bewusstsein auf allen Ebenen, um uns aus dem Herzen heraus engagieren zu können – global bewusst vernetzt und dezentral lokal handelnd und organisierend.»
«Bewegung
Der Verein Integrale Politik Schweiz ist eine Gemeinschaft von Menschen, die dazu beitragen wollen, dass eine integrale Gesellschaft entsteht. In unserem Handeln stützen wir uns auf unsere Vision, auf unsere Prinzipien und Werte.
Deshalb wirken wir als politische Bewegung, die das Ganzheitliche, Verbindende und Wesentliche ins Zentrum stellt: In Kommunikation, Zusammenleben und Zusammenarbeit – mit allen Menschen.»
«Prinzipien
Prinzip der Gleichwertigkeit in Vielfalt
Jedes Lebewesen ist einzigartig – und zugleich gleichwertig.
Wir achten diese Vielfalt und schaffen ein Miteinander, in dem das Individuum der Gemeinschaft dient und die Gemeinschaft das Individuum trägt und unterstützt.
So entsteht ein lebendiges Gleichgewicht zwischen individueller Entfaltung und gemeinsamem Wohl.
Prinzip der Balance
Wir verstehen alle Bedürfnisse – materiell, emotional, geistig und spirituell – als Zusammenspiel. Sie haben ihren jeweils wichtigen Platz.
Fühlen, Denken und Handeln stehen im Einklang mit der Herzintelligenz, die uns zu einem ausgewogenen und respektvollen Miteinander führt.
Jedes Anliegen wird achtsam wahrgenommen und respektiert, wobei wir die Vielfalt und Tiefe jedes Einzelnen wertschätzen.
Prinzip des Gemeinwohlbewusstseins
Wir respektieren individuelle Sichtweisen und fördern aktiv Selbstverantwortung in der Gemeinschaft.
Durch Selbsterkenntnis stärken wir Verantwortung und Selbstermächtigung, um gemeinsam zum Wohle aller zu handeln.
Prinzip der kontinuierlichen Erkenntnisentwicklung
Uns ist stets bewusst, dass Erkenntnis ein fortlaufender Prozess ist.
Neue Betrachtungsweisen integrieren wir aufmerksam, um unser Verständnis zu erweitern.
Dadurch, dass wir für alle Perspektiven offen bleiben, lernen wir – anstatt zu glauben, dass wir schon alles wissen.»
«Unsere Werte
Lebensfreude
Liebende Begeisterung und Leidenschaft. Kraft der Schönheit. Humorvoll und spielerisch sein.
Offenheit
Bedürfnisse und Perspektiven des Gegenübers wahrnehmen und wertschätzen. Eigene Bedürfnisse und Gefühle ausdrücken. Konflikte benennen. Vermutungen klarstellen. Meine Werte offenlegen.
Selbstverantwortung
Bereitwillig die Konsequenzen für das eigene, selbstbestimmte Handeln tragen. Gesunde Grenzen setzen. Die Ursache für eigene Gefühle in sich selbst suchen. Eigene destruktive Gefühle und Gedanken annehmen und konstruktiv integrieren.
Entwicklungsfähigkeit
Wandlung, Wachstum und Wunder zulassen. Krisen als Chancen erkennen, die bisher nicht gesehenes sichtbar machen. Aus Fehlern lernen. Durch Ausprobieren lernen.
Achtsames Hören und Sprechen
Mit offenem Herzen lauschen: Fragende Dialogbereitschaft. Wertschätzende, herzverbundene Kommunikation. Von sich reden.
Bitten, wünschen, einladen – anstatt zu fordern.»
«Unser Weltbild und Menschenbild
- Alles ist miteinander verbunden – Mensch, Tiere, Pflanzen, Natur, Welt, Universum, Materie und Geist.
- Es gibt weit mehr als das, was wir mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen können.
- Auf dem Weg ins integrale Zeitalter entwickeln wir Menschen ein erweitertes Bewusstsein, das unser Leben in Einklang bringt mit Mitmenschen und Mitwelt.
- Der Mensch ist Teil von verschiedenen Seins-Ebenen:
- der physikalisch-biologischen Ebene von Energie, Materie und Leben
- der emotionalen Ebene der Wahrnehmung und der Gefühle
- der mentalen Ebene, der zum Beispiel Intellekt und Verstand zugeordnet sind
- der spirituellen, seelisch-geistigen Ebene des allumfassenden Seins»
Was verstehen wir unter Integraler Politik?
«Politik verstehen wir als kunstvolle Gestaltung des Zusammenlebens. Aus grenzenloser Perspektive ist Politik Liebe zum Leben.
Was wir inhaltlich unter Politik verstehen
Im Wesentlichen kann Politik als die Kunst des Zusammenlebens verstanden werden. Ihr Hauptziel sehen wir darin, gemeinsam Rahmenbedingungen für ein gerechtes, friedliches und nachhaltiges Miteinander zu finden und zu beleben.
Dabei werden individuelle Entfaltung und Gemeinwesen gleichermassen gefördert. Zentral ist dabei die Stärkung von Selbstverantwortung und die einfache Möglichkeit der Beteiligung, um dort gehört zu werden, wo ich betroffen bin, und Impulse einbringen zu können, wenn ich dem Gesamtwohl dienende Ideen und Erfahrungen habe. Diesem Auftrag zuliebe pflegt Politik eine offene Kommunikation in alle Richtungen.
Strukturen und Prozesse der Politik weiterentwickeln
Strukturen (Nationen, Staaten, Parlamente, Kantone, Gemeinden) und Prozesse (z. B. Volksabstimmungen, Wahlen, Kommissionen, Initiativen und Referenden) verleihen dem Wesen der Politik Form und Leben. Wir betrachten Strukturen und Prozesse so, als ob sie sich als Organismen anhand von Bedürfnissen weiterentwickeln.
Deshalb erachten wir die stetige Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen als wesentlichen Teil der Politik.
Nur wenn sich Politik entwickelt, kann sie ihrem inhaltlichen Auftrag gerecht werden.»
Wie wollen wir Zusammenarbeit, Selbstorganisation und Entscheidungen gestalten?
«Selbstorganisation
Auch unsere Struktur in der Form der Selbstorganisation kultiviert einen neuen Stil in der Politiklandschaft. Es geht weniger hierarchisch zu und die Verantwortung und Führung ist auf die Mitglieder verteilt. Wir richten unsere Zusammenarbeit nach unserer Vision und unseren Kernanliegen aus und bewegen uns in definierten Prozessen und Rollen.
Unsere Organisationsform bedingt und fördert Offenheit, Kooperations- und Gestaltungsfähigkeit sowie Eigeninitiative und Verantwortungsübernahme.
Kreisorganisation
Im Jahr 2022 hat die IP ihre Organisationsstruktur in ein neues Modell überführt. Dieses Modell basiert auf den Prinzipien der Selbstorganisation.
Dabei finden die Aktivitäten neu in sogenannten «Kreisen» statt. Kreise sind Teams, die gemeinsam und möglichst unabhängig auf ihren Teil unserer Vision hinarbeiten.
Kreise sind untereinander verbunden durch jeweils zwei Personen, die Mitglied in jeweils beiden Kreisen sind.»
Welche Grundlagen und Wurzeln sollen bewahrt oder weiterentwickelt werden?
Diese Frage kann der Autor, als jemand, der diesen Ansatz nicht unterstützt, nicht beantworten.
Unterstützer und Quellen
Bisher hat im Ausrichtungsprozess noch niemand offiziell Position für diese Option ergriffen, obwohl anzunehmen ist, dass es dafür mindestens bei einem Teil der bestehenden Mitglieder Support geben sollte.
Verwendete Quellen:
IP-Website: Unsere Vision
IP-Website: Wie funktioniert die IP
IP-Website: Organisation und Struktur


