Volksinitiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung (Zersiedelungsinitiative)»

Was die Initiative will:

Sie will das Kulturland erhalten und vor weiterer Zersiedelung schützen, damit eine regionale Nahrungsmittelproduktion möglich bleibt. Sie will, dass die Grünflächen, die Naherholungsgebiete und die Artenvielfalt für zukünftige Generationen erhalten bleiben. Sie will, dass die Bauzonen insgesamt nicht weiterwachsen und Bauland eingespart wird. Sie will die Lebensqualität erhöhen durch die Förderung von nachhaltigeren Quartieren. Sie will Lücken im Raumplanungsgesetz schliessen.

Das integrale Zukunftsbild:

In einer integralen Gesellschaft wird der Boden als Lebensgrundlage und als Geschenk angesehen. Er gibt uns, was wir brauchen. Der Boden ist Allgemeingut und wird entsprechend wertschätzend behandelt. Der Boden wird so genutzt, dass er nicht nur den Menschen und künftigen Generationen, sondern auch der Mitwelt erhalten bleibt.

Abstimmungsempfehlung: JA

Unsere Überlegungen dazu:

  1. Die Annahme der Initiative stärkt das Bewusstsein, dass der Boden nicht vermehrbar ist.
  2. Die Initiative sorgt für einen wünschbaren Ausgleich der verschiedenen Nutzungsbedürfnisse.
  3. Durch die Förderung von kleinräumigen Strukturen wird die Nachhaltigkeit unterstützt.

Besondere Anliegen der IP:

Wir möchten, dass in unserer Gesellschaft der Wert des Bodens bewusst gemacht wird. Ein harmonisches Zusammenwirken des Menschen mit seiner Mitwelt soll vorgelebt und weitervermittelt werden. Wir möchten nachhaltige Wohnformen und kleinräumige Strukturen fördern. Die Initiative hilft, gemeinschaftlichere Lebensformen anzuregen.

Erklärung zum Vorgehen und zum Ziel des Politischen Kommentars

Der politische Kommentar der IP Schweiz ist das Ergebnis eines Prozesses zur Findung einer integralen Position zu eidgenössischen Abstimmungsvorlagen. Dabei wird ermittelt, ob eine Vorlage einen Schritt in die Richtung einer Vision einer integralen Gesellschaft bedeutet, und damit einen Beitrag leistet zur Transformation der Gesellschaft oder ob das
Anliegen translativ, das heisst nur eine im Kreis drehende Variante des Bestehenden ist. Die Vorlagen werden vom Politischen Ausschuss der IP Schweiz beurteilt. Die Verantwortlichen für diese Ausgabe sind: Pia Bossi, Jakob Elmer, Urs Haller, Remy Holenstein, Margreth Schmutz, Yvonne Schwienbacher und als Gast: Susanne Baumann. Das Ergebnis dieses Ermittelns findet Ausdruck in einer integralen Abstimmungsempfehlung, die dann ihre gewünschte Wirkung erzielt, wenn die Leserinnen und Leser sich animiert fühlen, mit ähnlichen, visionsorientierten Überlegungen zu ihrem je eigenen Ergebnis zu kommen. Das Ziel einer integralen Position ist es nicht, Recht zu haben, sondern die Menschen zu mehr Bewusstheit zu führen.

POLITISCHER-KOMMENTAR-Feb19.pdf