Mit Konsent und Open Space: Rahmen geben und Raum öffnen für die Mitgliederversammlung der IP Schweiz 🌱

Am 24. Mai trafen sich die Mitglieder der IP Schweiz an der Zürcher Bäckeranlage, um auf das vergangene Jahr zurückzuschauen und den Rahmen der IP zu aktualisieren. Dabei übten wir integrale Politik: Konstruktive Verantwortung und Inner Work auf mehreren Ebenen.

Alle Seins-Ebenen ansprechen

Mitgliederversammlungen in der IP waren für mich schon immer etwas Besonderes (das geht auch anderen so – siehe den Artikel von François Suter). Als ich 2020 – mitten im Corona-Lockdown – zum ersten Mal teilnahm, gab es Klavierbegleitung, im nächsten Jahr dann ausgelassanes Tanzen zu Popmusik, später Gruppentanz, Embodiment-Übungen und Workshops. 

 

Auch in diesem Jahr haben wir gemeinsam Songs von Manni Matter gesungen, um 12.00 Uhr wie seit über acht Jahren eine Minute innegehalten mit dem Gedanken “Frieden in mir, Frieden um mich, Frieden in der Welt”, uns gemeinsam bewegt mit unseren Lieblings-Übungen: Wie immer haben wir versucht, alle vier Seins-Ebenen anzusprechen.

Konsent und konstruktive Verantwortung

Wie seit einigen Jahren in unseren Statuten festgehalten, stimmen wir über Anträge im Konsent-Verfahren ab. Dieses Vorgehen liegt mir besonders am Herzen: Während in der klassischen Mehrheitsabstimmung nahezu die Hälfte der Abstimmenden “überstimmt” und damit nicht gehört werden können, geben bei der Konsent-Abstimmung alle stimmenden Personen ihre Erlaubnis zum jeweiligen Vorschlag. 

Dabei werden alle Stimmen gehört, Einwände werden integriert. Diese Elemente – Erlaubnis und Einwandintegration – durfte ich dieses Mal besonders direkt erfahren: Ich hatte drei Anträge an die Mitgliederversammlung gestellt. 

Während zu meinem Antrag zur Flexibilisierung der Höhe der Mitgliedsbeiträge einige Mitglieder andere Präferenzen zum Modus und zur Höhe des Betrags äusserten, war mein Vorschlag für sie “gut genug für den Augenblick und sicher genug, um es auszuprobieren”: Keine Person hatte einen schwerwiegenden Einwand. Keine Person sah in dem Vorschlag eine Gefährdung des Zwecks und der Vision der IP. 

Etwas anders sah es bei meinem Antrag aus, das Jahresbudget der IP zu flexibilisieren. Dieser beinhaltete auch, dass die Mitgliederversammlung eine Kompetenz – die Genehmigung des Jahresbudgets – abgeben sollte (ausgeglichen durch mehr Transparenz). Hier gab es einen Einwand, den wir mit Anpassung des Vorschlags auflösen konnten. Die Mitgliederversammlung wird in Zukunft die vorgelegte Finanzvorschau befürworten. 

Diese Eigenschaft, zu Anträgen im Konsent alle Stimmen zu hören, Vorschläge leicht anpassen zu können und Entscheide innerhalb der Toleranzgrenze aller zu fällen, hat für mich etwas sehr Einendes. Und es setzt voraus, dass alle bereit sind, Verantwortung für die eigenen Einwände übernehmen, indem sie die Einwände auch äussern. Enthaltungen gibt es nicht im Konsent. Ganz im Sinne unserer Vision: “Die Menschen handeln aus einer konstruktiven, lebensbejahenden Verantwortung.”

Mit Open Space zu neuen Initiativen

Auch am Nachmittag konnten wir diese Haltung üben – in einem Open Space: Die anwesenden Mitglieder konnten Themen einbringen und in Arbeitsgruppen dazu mit anderen im Austausch sein. Es bildeten sich rasch fünf Arbeitsgruppen: 

  • Austausch zum Dokument “Handlungsfeld der IP” 

  • Life Design – vom Denken ins Handeln 

  • Wege in neues Arbeiten – genossenschaftlich-regenerativ 

  • Politikbereich “Gesundheit” in der IP 

  • Vorschläge sinnvoll und konstruktiv in Kreise einbringen 

  • Die Integrale Politik an der Integral European Conference 

Mindestens zwei Initiativen sind aus dieser “Spontan-Konferenz” hervorgegangen: Der Gesundheits-Kreis soll wiederbelebt werden und auch das ehemalige, monatliche Online-Meeting “Generator” wird am 8. Juli eine Neuauflage erhalten.

Im grossen Kreis: Die Mitgliederversammlung der IP Schweiz
Alle Seins-Ebenen nutzen
Der neue alte Co-Vorstand: Kathrin Schelker und Simon Berg

Mit der Intelligenz des Herzens

Persönlich freue ich mich auch, dass die Mitgliederversammlung erneut Kathrin Schelker und mich in die ehrenamtliche Rolle “Co-Vorstand” gewählt hat. Es ist mir ein Anliegen, die IP mit neuer Energie zu versorgen – in immer noch recht kleinen und doch stetigen Schritten. 

Denn, wie ich schon im Jahresbericht 2024 schrieb, die Vision der IP ist für mich weiterhin absolut erhaltens- und erstrebenswert. 

Deshalb freue ich mich auf die kommenden Monate mit der IP. Ganz im Sinne des Leitsatzes der Veilleuse, unseres spirituellen Zentrums, den uns Ruth Bänziger an der Mitgliederversammlung wieder ins Gedächtnis rief: “Mögen wir mit der Intelligenz des Herzens wirken und eine integrale Politik zum Wohle aller Wesen mitgestalten und zur Heilung der Erde beitragen.”

2 Responses

  1. Lieber Simon B.
    Vielen Dank für diesen Einblick. Für Menschen wie mich, die der IP nahestehen, an der MV aber nicht teilnehmen und -geben konnten, ist es sehr erfreulich, solche positiven Stimmungen mitzubekommen.
    Noch ein Tipp: Auf Homepage hier einfache Verlinkung via linked.in ermöglichen.

    1. Lieben Dank für die Anregung, lieber Simon K.!
      Wir haben das gleich umgesetzt – es gibt jetzt neben LinkedIn auch Share Buttons für Telegram und WhatsApp.
      Plattformen wie Mastodon und Bluesky unterstützt unsere Software leider noch nicht.
      Herzlich, Simon B.

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